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Blog · · verlernen durch KI

Klaut KI mein Gehirn?

Früher bedeutete ein Treiberproblem zwei Tage Foren wälzen, bis man verstanden hatte, wie das System zusammenhängt. Heute macht das die KI.

Eine Comic-Zeichnung eines Wohnzimmers. Ein bärtiger Mann mittleren Alters mit runder Brille und rot-weiß geringeltem Shirt sitzt auf einem gelben Sofa; seine Schädeldecke ist samt türkiser Strickmütze wie ein Deckel nach hinten aufgeklappt, der Kopf darunter ist leer. Sein Blick geht ruhig nach vorn. Vor ihm steht auf einem Holztisch ein aufgeklappter Laptop, daneben liegt eine grüne Platine. Rechts schwebt eine weiße Kreisfigur mit Punktaugen, geraden Augenbrauen und einem kleinen Mundstrich, umgeben von einer grünen Echo-Kontur — sie stellt die künstliche Intelligenz dar und hält mit zwei kleinen grünen Fäustlingen ein rosa Gehirn vorsichtig vor sich. Links steht eine Stehlampe, rechts eine Zimmerpflanze.

Ich habe die Tage einen Moment in Ruhe auf dem Sofa gesessen und darüber nachgedacht, wie ich heute mit KI zusammenarbeite und Probleme mit KI gemeinsam löse. Ich beschreibe das Problem und wo sie suchen soll. Ich führe, KI führt aus und dann prüfe ich, ob das Ergebnis tragbar ist.

Als konkretes Beispiel: ich habe auf meinem eigenen Rechner vor Jahren Backup- und Updateskripte geschrieben, damit ich diese relativ einfach anstoßen kann und meine Dateien sich auf mein Backup-Ziel syncen oder auch die Updates von verschiedener Software, die ich installiert habe, automatisiert oder manuell anstoßen kann. Und da sich an den Scripten, der Software über Zeit immer mal wieder was verändert, macht das aktualisieren mittlerweile die KI für mich, indem sie dieses Update-Skript unter meiner Anleitung optimiert und verbessert.

Früher aber musste ich mich selbst reinknien und ich erinnere mich noch ganz lange zurück, an Windows 95, 98 Treiberprobleme, als Windows NT, Windows 2000 aufkamen und man entweder irgendein Markt und Technik Buch wälzen oder Freunde fragen, wovon es noch nicht so viele gab, die sich mit der Materie wirklich tief auskannten, in Foren stöbern, Fragen stellen, warten, bis es Antworten gab. Oder einfach so tief und genervt selbst in die Materie eintauchen, bis man durchdrungen hatte, wie der Themenkomplex zusammenhängt. Konnte man eine Lösung finden, war man stolz wie Bolle.

Manchmal half auch nichts anderes, als einen clean Install zu machen und schwups waren 1-2 Tage rum, weil man irgendwas am System zerschossen hatte und es nicht mehr gefixt bekam.

Genau dieses tiefe Reinknien, dieses Verstehen der Materie, wie die Dinge zusammenhängen, das ist etwas, was heute vielmals KI macht. Wir kennen dieses Problem. Viele sprechen darüber, wenn juniorige Arbeit durch KI übernommen wird und die Studienabgänger:innen und Berufsanfänger:innen diese Arbeit nicht mehr erledigen und die Kompetenz die es braucht auf der “Treppe” zum Senior nicht erlernt wird. #ThisIsChange

Ich erinnere mich Mitte, Ende der 2000er gab es diese 3-teilige ZDF Doku, die Frank Schätzing moderiert hatte “2057 – Unser Leben in der Zukunft”. Ich fand die damals gut gemacht, weil eine Geschichte erzählt wurde und immer an bestimmten Stellen im Handlungsstrang stehen geblieben wurde und ein Einschub kam, wo der aktuelle Entwicklungsstand ist. In der Geschichte war so ein alter Opa, der noch wirklich die Materie verstand, auf der die moderne Welt damals gebaut war. Meine Vermutung ist, dass wir auf etwas Ähnliches gerade zulaufen. Und frage mich, wie kriegen wir es hin, als Gesellschaft, dass wir nicht nur Anwender:innen werden, sondern wirklich verstehen, was wir da anwenden und die Grundlagen kapieren.

Kohl sagte einmal: “Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“, man kann die Person ablehnen oder nicht, der Satz hat tiefe.

Und eben bei der Frage die mich dann umtrieb “klaut KI mein oder unser Gehirn?”, die ich für mich noch nicht abschließend beantwortet habe und wie so oft kommt es darauf an, wie wir mit neuer Technologie umgehen. Benutzt sie uns oder wir sie?

Gerade dieses tief Reinknien, Durchdringen und wirkliche Verstehen von Materie, das ja in allem steckt, ob das mein Updatescript ist, ob das Satzkonstruktionen sind, PowerPoint-Präsentationen, Excel-Formelbau, Design von Webseiten, Fotografie mit Licht, Beleuchtung und Schärfe etc. ist etwas, das wir nicht mehr selbst denken müssen, wenn die KI es für uns übernimmt. Es bleibt somit an jeder/jedem selbst, wie tief sie/er verstehen will, was die Maschine da tut. Ich habe für mich festgestellt, ich will nach wie vor gerne mit Forscherdrang den Dingen auf den Grund gehen und mir nicht mein Hirn klauen lassen, sondern zumindest, auch wenn die KI “schlauer” wird, mitreden können.

Wie ist es mit dir?

Lieber digital integriert als digital isoliert. Haltung führt, Verhalten folgt.

KI-Transparenz nach Art. 50 EU AI Act: Dieser Beitrag entstand mit KI-Unterstützung. Auswahl, Prüfung und Verantwortung: Jörg Schüler.

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